Weihnachten in Norddeutschland

Wie feiert man Weihnachten im Norden?

In gut einer Woche ist es soweit. Weihnachten. Und so langsam wird es Zeit, in weihnachtliche Stimmung zu verfallen. Aber wie feiert man eigentlich Weihnachten in Norddeutschland? Gibt es am Heiligen Abend Grünkohl oder doch eher Kartoffelsalat mit Würstchen. Liegt Schnee oder regnet es? Gibt es spezielle Dinge, die die Norddeutschen an Weihnachten tun oder feiert man das Fest wie überall in Deutschland? Diese Fragen würde ich gerne mit Euch, in diesem Artikel klären.

Heilig Abend. Ich freue mich drauf. Und ehrlich gesagt, ist dieser Tag für mich das absolute Highlight der Weihnachtsfeiertage. Das liegt nicht unbedingt an der Tatsache, dass die Bescherung zu Weihnachten in Norddeutschland am Heiligen Abend stattfindet, sondern viel mehr an den strahlenden Kinderaugen. Dementsprechend ist der Heilige Abend mein Highlight.

Weihnachten in Norddeutschland – Wie feiern die Norddeutschen Weihnachten?

Prinzipiell glaube ich, dass die Feierlichkeiten zu Weihnachten in Norddeutschland sich nicht von den Feierlichkeiten im Rest des Landes unterscheiden. Die Bescherung findet am 24. Dezember statt. Es gibt Weihnachtsbäume, in den meisten Haushalten Kartoffelsalat und natürlich auch Geschenke. Die Kirchen sind voll und die Stimmung weihnachtlich.

Bei uns ist es etwas anders. Statt dem Kartoffelsalat gibt es selbstgemachte Burger. Zum Mittagessen. Am Abend essen wir ein Fondue. Mit einer Gemüsebrühe. Ganz in Ruhe, mit viel Zeit zum Reden, lachen und Spaß haben. Der Fernseher bleibt aus. Eigentlich die komplette Weihnachtszeit über. Okay. Manchmal machen wir natürlich eine Ausnahme. Aber im Grunde genommen geht es bei uns an Weihnachten auch viel um eine gemeinsame Zeit.

Falls es Euch genauer interessiert, wie wir Weihnachten feiern, dann solltet Ihr am 24. Dezember meinen YouTube-Kanal besuchen. Dort findet ihr ein ca. 20 minütiges „Wir warten aufs Christkind Zwischenzeiten-Weihnachts-Special“. Ich nehme Euch mit und zeige Euch, wie wir Weihnachten feiern.

Je höher, je weihnachtlicher

Je weiter man hoch fährt, in den Norden, desto weihnachtlicher wird es. Allerdings muss man schon die deutsche Grenze überqueren und sich in den skandinavischen Raum begeben. Hier oben, im Norden, wird Weihnachten besonders ausführlich gefeiert. Traditionell. Mit vielen Kerzen, Lichtern und Vitamin-D-Pillen. Einfach, weil es – je höher man im Norden ist – einfach nicht hell werden will.

Dänemark zum Beispiel. Dänemark ist ein Land, in dem Weihnachten zelebriert wird. Und das nicht nur an den berühmten drei Tagen. Mit dem ersten Advent verwandelt sich das Land in ein Weihnachtsland. Oder wie die Dänen sagen würden, in ein Juleland. Überall spürt man die „julehygge“ – ein Wort, mit dem die Dänen ihre eigene Weihnachtsgemütlichkeit beschreiben .

Eine Sache haben wir mit den Dänen gemeinsam. Also wir. Hier. Bei uns zu Hause. Wir überrücken die Zeit bis zum Weihnachtsfest mit dem Kalenderlys. Das ist eine Weihnachtskerze, die wir jeden Tag anzünden und die dementsprechend jeden Tag ein Stück weiter herunterbrennt. Und genau wie die Dänen haben auch wir einen Adventskranz, wobei man eigentlich sagen muss, dass die Dänen das von uns übernommen haben. Der Ursprung des Adventskranzes liegt nämlich in Norddeutschland.

Der Adventskranz? Typisch Norddeutsch.

Weihnachten in Norddeutschland bedeutet natürlich auch Advent feiern. Und in den meisten norddeutschen Haushalten findet man dementsprechend natürlich auch Adventskränze. Das ist übrigens nichts Ungewöhnliches, sondern sogar eher typisch norddeutsch. Der Adventskranz, so wie wir ihn kennen, stammt im Ursprung nämlich aus Norddeutschland. Ganz genau gesagt: Aus Hamburg.

Adventskranz - Weihnachten in Norddeutschland

Der Hamburger Johann Hinrich Wichern (1808–1881) nahm sich 1833 einiger Kinder an, die in großer Armut leben mussten. Er zog in ein altes Bauernhaus, nahm die Kinder dort auf und betreute sie. Übrigens Wichern war der Begründer der evangelischen Diakonie – aber das nur am Rande. 1839 dann kam ihm eine Idee. Viele der Kinder, die er betreute, fragten ihn, wann denn endlich Weihnachten sei. Also baute er aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz. Auf diesem fanden sich 20 kleine, rote Kerzen und vier große, weiße Kerzen. Jeden Tag wurde eine der roten Kerzen angezündet. An den Adventssonntagen die großen, weißen. So hatten die Kinder die Möglichkeit, anhand der Kerzen, die Tage bis zum Weihnachtsfest abzuzählen.

Aus diesem Kranz entwickelte sich der Adventskranz, den wir heute kennen. 1925 wurde übrigens das erste Mal in einer katholischen Kirche ein Adventskranz aufgehängt. In Köln. Der größte Adventskranz hängt übrigens in Mariazell. Er hat einen Durchmesser von 12 Metern und wiegt 6 Tonnen. Genau wie der Adventskranz von Wichern aus dem Jahre 1839 ist mit 24 Kerzen bestückt. Zwanzig kleine und vier große Kerzen.

Vorfreude auf Weihnachten

Wahrscheinlich ist es zu Weihnachten in Norddeutschland nicht anders als irgendwo. Die Vorfreude auf das Fest steigt mit jedem Tag. Natürlich gibt es auch Menschen, die Weihnachten nicht mögen. Das ist in Ordnung. Allerdings würde ich behaupten, dass sich viele drauf freuen. Und wenn man alles richtig organisiert und sich nicht von irgendwelchen Erwartungen fehlleiten lässt, dann kann bzw. ist Weihnachten ein wirklich schönes Fest.

In ein paar Jahren, wenn die Kinder etwas größer sind, möchten wir Weihnachten gerne mal weiter oben feiern. Im Norden. Wo es kalt und dunkel ist und die Lichter dementsprechend einen anderen Stellenwert haben. Aber davon erzähle ich Euch ein anderes Mal. In einem anderen Jahr. Zu einer anderen Zeit.

 

Danke fürs Lesen. Tschüss.

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