Visbek. Vor hunderten von Jahren. Nun war es so, dass der Bräutigam festlich herausgeputzt war. Dir Braut anmutig. Und doch todunglücklich. Sie wollte vieles. Nur nicht den ihr zugesprochenen Mann heiraten. Als dann der Hochzeitszug zur Visbeker Kirche schritt, hegte die Braut nur einen einzigen Wunsch. Sie wolle lieber zu Stein werden, als ihren Bräutigam zu heiraten. Und genauso kam es…

So, oder so ähnlich erzählt es die Sage, die man sich erzählt, wenn man vom Visbeker Bräutigam und seiner Braut spricht. Der Visbeker Bräutigam als auch die Visbeker Braut sind Großsteingräber in den tiefen Wäldern der Wildeshausener Geest. So genannte Megalithgräber oder Megalithanlagen der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur. Und dort, am Visbeker Bräutigam beginnt meine neunte Folge „Abenteuer Norddeutschland.“ Dieses Mal aus Visbek.

Das Abenteuer Norddeutschland aus Visbek

Visbek

Der Visbeker Bräutigam in der Wildeshausener Geest.

Visbek. Die nordöstlichste Gemeinde des Landkreises Vechta. Diese Gemeinde grenzt an die Landkreise Cloppenburg und Oldenburg und ist das Zuhause für über 10.000 Menschen. (Stand 31.12.2017) Im Grunde genommen bin ich zwei Mal im Jahr in Visbek. Einmal im Sommer, einmal im Winter. Und dementsprechend fand ich es eine gute Idee, Euch diese wunderschöne Gemeinde mal genauer vorzustellen.

Witziger Weise und obwohl ich schon oft in Visbek war, habe ich es nie geschafft, die Bullmühle zu besuchen. Ein Restaurant und Café, dass zwischen der Bauernschaft Varnhorn und Visbek liegt. Für die aktuelle Episode „Abenteuer Norddeutschland“ bin ich aber dann doch mal dorthin gefahren und was soll ich sagen? Ruhetag. Nun gut. Trotzdem konnte ich mir das Gelände, das Drumherum und die Location einfach mal von außen anschauen. Ein Besuch lohnt sich schon deshalb. Versprochen.

Und glücklicher Weise darf ich in diesem Jahr sogar zwei Hochzeiten dort begleiten. Aus diesem Grund kann ich Euch – zu einem späteren Zeitpunkt – dann natürlich erzählen, wie man in der Bullmühle Hochzeit feiern kann.

Ich habe nicht alles gezeigt…

Um die Gemeinde herum gibt es zahlreiche kleine Bauernschaften, die man gesehen haben sollte. Eine habe ich bereits erwähnt. Varnhorn. Hier waren wir oft als Jugendliche. Auf dem Sportplatz bzw. Dorfplatz, direkt am „Dorfgemeinschaftshaus“, haben wir des Öfteren unsere Zeltlager verbracht. Tolle Erinnerungen an einen wunderbaren Platz und eine noch bessere Zeit. Die Bauernschaften stelle ich Euch auch einmal vor. Ganz sicher.

Generell gibt es in Visbek eine Menge zu entdecken. Und die umliegenden Landschaften sind ebenfalls ein Grund, warum immer mehr Menschen diese Gemeinde in Ihre Urlaubsplanung einbeziehen.

Die Visbeker Braut

Bei Visbek auf der Heide
ragt Stein an Stein empor.
Es weht ein leises Klagen
nachts über Heid und Moor.

Mit fröhlichem Gefolge
zog einst im Brautgeschmeid
ein blühend Heideröslein
nach Visbek durch die Heid.

Der Jugendlieb entsagen
sollt sie auf immerdar.
Der Vater wills, ein anderer
führt sie zum Traualtar.

Die Heide stand im Blüte,
der Himmel war so blau.
Die Sonnenstrahlen blitzten,
im frischen Morgenthau.

Wie hell im Turm zu Visbek
die Hochzeitsglocken gehen.
Doch ach, im Aug des Magdeleins,
Die hellen Tränen stehen.
„Soll dem verhassten Manne,
ich Lieb und Leben weihn,
O Himmel so verwandle,
Mich lieber hier in Stein.“

Da steht mit dem Gefolge
sie fest in Stein gebannt.
Das Blut gerinnt im Herzen
Starr werden Fuß und Hand.

Die Kränze und die Bänder,
der grüne Myrtenzweig.
Sie werden graue Flechten,
und Moose, braun und weich.

Jahrhunderte vergingen
doch ewig tönt das Lied.
Die Mär von treuer Liebe,
die feststeht wie Granit.

Verfasser ist mir unbekannt

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