Schwere Erntemaschinen rollen über die Straßen. Überall wird geerntet. Jedenfalls dort, wo es möglich ist. Wenn man genau hinschaut und etwas darauf achtet, wird man feststellen, dass die Menschen auf den riesigen Traktoren es in diesem Jahr schwerer haben als gewöhnlich. Alles ist nass. Aufgeweicht. Und nur schwer befahrbar. Die ersten Herbststürme ziehen über das Land. Eigentlich viel zu früh. Das viele Laub, das noch an den Bäumen hängt und der feuchte Boden sorgen dafür, das zahlreiche Bäume über Kopf gehen. Ein Herbst, wie er im Buche steht.

Langsam wird es ruhiger. Die Termine werden weniger. Und während die Dunkelheit in diesen Tagen immer früher Besitz von den Bürgersteigen und Wegen ergreift, leuchtet von den Fensterbänken der Häuser Kerzenschein auf die Straßen. Weihnachten. Schon im Oktober kann man es spüren. Nicht nur in den Regalen der Einkaufsläden. Auch in den Augen der Menschen. Selbst wenn es niemand ausspricht, so habe ich doch das Gefühl, dass wir Weihnachten nie so nötig hatten, wie in diesem Jahr. Vielleicht nur eine Einbildung. Keine Ahnung.

In der Lagerhalle der Genossenschaft unterhalte ich mich mit einem Mann. Er ist älter als ich. Nicht viel. Trotzdem. Er bemerkt, beiläufig, dass die Menschen unzufriedener geworden sind. Dass sie nicht zufrieden sind, mit dem was sie haben. Sie haben zu wenig Zeit, zu wenig Geld, zu wenig von allem. Sie vergleichen sich mit anderen und ziehen dabei immer den Kürzeren. Sagt er. Ich stimme zu. Vielleicht sollten wir einfach aufhören zu vergleichen. Nur so eine Idee.

Oktober.

Die letzten schönen Tage, die letzten Hochzeiten. Eine Saison neigt sich dem Ende und an die freien Wochenenden muss ich mich erst gewöhnen. Auch wenn es komisch klingt, wenn man am Freitag und am Samstagabend auf dem Sofa sitzt, dann glaubt man zunächst, man hat etwas vergessen. Oder irgendjemanden. Und dann schaut man ganz schnell in den Kalender, um sich zu vergewissern. Aber alles gut. Niemand wurde vergessen, alles ist im Kasten und jedes Brautpaar hat seine Fotos.

Altenoythe. Der dritte Sonntag im Oktober. Weit über 10.000 Menschen besuchen unseren kleinen Ort im Herzen des Oldenburger Münsterlandes. Wie in jedem Jahr. Nur in diesem Jahr parken die Menschen bereits um kurz nach acht vor unserer Haustür. Der Grund? Es ist Bauernmarkt in Altenoythe. 13 Jahre lang habe ich den Markt mitorganisiert. Dann habe ich festgestellt, dass ich einfach nicht mehr die Zeit und vielleicht auch nicht mehr die Motivation dazu hatte. Trotzdem besuche ich den Bauernmarkt gerne und kaufe jedes Jahr drei Gläser mit frischem Ziegenkäse.

Ach ja. Ich hab mir eine Drohne gekauft.

Altenoythe von oben. 99 Meter hoch. Trübe Sicht am Horizont.

November.

Erwachsenengeburtstag. Kindergeburtstag. St. Martins Umzug. Und zack. Der Monat ist schon wieder halb im Kasten. Die Jungs freuen sich auf Weihnachten, die Eltern auch – irgendwie – und so langsam kommt der Winter. Auf die ein oder andere Weise hatte ich gedacht, mehr Zeit zu haben. Aber das war seltsamer Weise ein Trugschluss. Der Monat ging so schnell vorbei und hatte dabei so wenig im Gepäck.

Dezember.

Heilig Abend. Weihnachten. Silvester. Das sind so die Highlights des Monats. Wobei ich finde, dass Silvester überbewertet wird. Oder anders gesagt: Die Erwartungen sind immer zu hoch. Die letzte Party des Jahres muss etwas Besonderes werden. Etwas ganz Besonderes. Wir? Wir erwarten nichts. Deswegen machen wir auch nichts. Doch bis zum Jahresende ist es ja noch etwas hin.

Ich drehe Filme. Für Unternehmen. Für die Seifenmanufaktur „Luettje Seep“, für die Heide Apotheke in Garrel, Für den Pflegedienst Müller in Garrel und für die Firma EP Plaggenborg aus Friesoythe. Zwei Filme werden noch im Januar gedreht, weil es im Dezember einfach nicht gepasst hat.

Außerdem kaufen wir einen Tannenbaum. Am 1. Dezember. Matthias macht mich dann darauf aufmerksam, dass im Intro meiner Videos immer 2014 steht. Ein dummer Fehler… Keine Ahnung. Passiert einfach. Manchmal. Perfektionisten würden sich jetzt schwarz ärgern. Ich nicht.

https://youtu.be/0fvZ5bAhFzo

Heute ist der 30. Dezember. Nicht mehr lange, und das Jahr ist vorbei. Schluss. Aus. Ende. Ein neues beginnt. Es gibt aber keine Vorsätze. Nicht für das neue Jahr. Funktionieren eh nicht. Dafür gibt es Ziele. Aber davon, erzähle ich Euch an anderes Mal.

Mein Jahr 2017 war aufregend. Mal schön, mal unschön. Mal freudig, mal traurig. Es gab Höhe- und Tiefpunkte. Manchmal musste ich mich verabschieden, manchmal konnte ich neue Menschen begrüßen.

Was kommen wird.

Wie gesagt. Keine Vorsätze. Nur Ziele. Im nächsten Jahr werden wieder Videos gedreht und die Schwerpunkte verlagert. Ich werde mich von einigen Dingen verabschieden und neue Dinge probieren. Und ein Ziel für 2018: Struktur und Ordnung. Jedenfalls ein wenig.

Euch wünsche ich jetzt einen guten Rutsch ins neue Jahr. Mit Pauken und Trompeten. Machen auch Krach und sind besser als Böller. Aber das, das muss jeder selber wissen.

Kommt gut Rein. Und im nächsten Jahr sprechen wir uns wieder. Und erzählen uns Geschichten vom Norden. Vom Wind. Vom Meer.

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.