Hochzeitsfotograf

Irgendwie hatte ich gehofft, dass dieser Sommer ein Sommer werden würde, der nach Vanilleeis und Zukunft schmecken könnte. Ein Sommer voller heißer, himmelblauer Tage, an den das Herz einfach und ohne vernünftigen Grund einfach höher schlägt. Doch dem war nicht so. Es regnete. Oft. Irgendwie ständig. Und ich musste feststellen, dass Freude und Trauer sich an manchen Tagen begegnen, ohne sich wirklich zu sehen.

Ich glaube, dass man im Alter irgendwann merkt, dass das Leben endlich ist. Das es vorbei zieht, wie ein Schwarm Wildgänse an einem frostkalten Wintertag. Heute, während wir jung sind, oder zumindest fast jung, denken wir nicht daran, dass der Tod im Grunde genommen die einzige Sicherheit in unserem Leben ist. Und dass dieser mit dem Tag der Geburt sogar garantiert wird. Doch manchmal, da müssen wir Abschied nehmen. Von einem geliebten Menschen. Und dann, in diesen Momenten, legt uns der Tod seine warmen Finger auf die Schulter und erinnert uns daran, dass auch wir eines Tages seine Hand nehmen und mit ihm gehen werden.

Irgendwann zwischen Juli und September haben wir Abschied genommen. Von einem geliebten Menschen. Von einem Menschen aus unserer direkten Mitte. Und an jenem Tag, als die Trauer die Begleitung eines letzten Weges war, spürte ich die Liebe zwischen zwei Menschen, die aus zwei Wegen einen machten. Als ein Mitglied unserer Familie beerdigt wurde, war ich als Fotograf auf einer Hochzeit. Und alles war gut. Es sollte so sein. Denn dieses wäre der Wille jener Person gewesen, die an jenem Tag zu Grabe getragen wurde. So war sie schon zu Lebzeiten. Ein herzensguter Mensch. Ein Mensch, dem die Liebe mehr am Herzen lag, als der Tod. Mit dem Tod endet eine Geschichte, mit der Liebe beginnt sie. Manchmal.

Juli.

Vier Hochzeiten und ein verrückter Urlaub. So könnte man diesen Monat beschreiben. Während die Wochenenden für die Hochzeiten reserviert waren, nutzen wir ein paar Tage innerhalb der Woche um einfach rauszukommen. Das neue Auto stand auf dem Hof, die Koffer waren verstaut und alle hochmotiviert. Und als wir losfuhren, ahnten wir gar nicht, was das für ein Scheißtrip werden sollte. Jedenfalls die Anreise.

Unser Ziel war die Lüneburger Heide. Im Grunde genommen zwei Stunden Anreise. Wir haben insgesamt 7 Stunden und 54 Minuten gebraucht. Für 361 km. Und am Ende der Zeit waren wir nicht in der Lüneburger Heide. Wir standen auf dem Pflaster unseres Hofes. Direkt vor der eigenen Tür. Und wer das alles ganz genau wissen möchte, der sollte einfach mal diesen Artikel lesen.

Muss ich eigentlich erwähnen, dass es geregnet hat? Während unseres Urlaubs? Die meiste Zeit? Ich denke nicht. Manchmal frage ich mich, ob es jemals einen verregneteren Sommer als den von 2017 gab oder ob ich mir das alles nur einbilde.

August.

Sommer. Sonne. Sonnenschein. Mag man glauben. So stellt man es sich jedenfalls vor. Aber nee. War nicht so. Und dann gab es diesen einen Tag. Ein Tag im August, in dem irgendwie alles über mich hereinbrach. Mein Kopf war voll mit Dingen und trotzdem so unheimlich leer. Ich hatte so viel vor und konnte mich gar nicht konzentrieren. Keine Termine, aber unheimlich viel zu tun. Das konnte nichts werden. Also fuhr ich ans Meer. An die Nordsee. Eine gute Stunde mit dem Auto. Und während ich so am Meer sitze, keimt da ne kleine Idee auf. Zwischenzeiten.com wird ein “Küstenblog.”

Natürlich wurde im August auch geheiratet. Vier Hochzeiten. Jedes Wochenende eine. Die Wochen waren dementsprechend voll. Und verregnet. Ich glaube, dass es im August nur eine Hochzeit gab, bei der es nicht geregnet hat. Trotzdem sind immer tolle Fotos entstanden und die Hochzeiten waren wirklich schön. Vielleicht nicht immer perfekt, aber was ist das schon? Ganz ehrlich? Alles ohne Ecken und Kanten ist doch langweilig.

Hier. Übrigens. Der schönste Tag im Sommer.

September.

Der September. Langsam verabschiedet sich der „Sommer“ und der Herbst klopft an die Tür. Hochzeiten stehen auf dem Plan. Dementsprechend bin ich ausgebucht. Vorgespräche, Nachbearbeitungen und die Hochzeiten selbst natürlich. Im September finden in Bösel immer auch die EURO-Musiktage statt. War ich letztes Jahr an allen Tagen dort, blieb mir in diesem Jahr „nur“ der Sonntag. Am Freitag und am Samstag war ich anderweitig beschäftigt. Doch während des EURO-Umzuges konnte ich eine Fotoreihe schießen.

Die ganze Fotostrecke findest Du hier.

Ich könnte jetzt noch von den Hochzeiten, den Geschichten und Ereignissen erzählen. Allerdings möchte ich das gar nicht, weil diese zu privat sind. Und damit meine ich nicht meine Privatsphäre, sondern die der Familien, die ich einen Tag begleiten durfte. Vom Gefühl her würde ich aber sagen, dass der September der kürzeste Monat war. Gerade erst begonnen und schon wieder vorbei. Irgendwie bezeichnend für das ganze Jahr.

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