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Eigentlich bin ich müde. Eigentlich, so war der Plan, wollte ich früh zu Bett gehen. Doch das Jahr neigt sich dem Ende. Zweitausendsiebzehn. Ein neues Jahr beginnt. Zweitausendachtzehn. Und gerade liegen wir, irgendwo, zwischen den Feiertagen. Weihnachten. Silvester. Neujahr. Der perfekte Zeitpunkt, um einfach mal zurück zu blicken. Auf das, was war. Auf das, was ist und auf das, was vielleicht kommen wird. Mein persönlicher Zwischenzeiten-Jahresrückblick.

Zweitausendsiebzehn. Eigentlich ein typisches Jahr. Unstrukturiert. Laut. Chaotisch. Und irgendwie, wieder einmal, viel zu schnell vorbei. Nein. Ich bin nicht traurig, dass das Jahr sich langsam aber sicher verabschiedet. Es ist mir auch egal, dass ein neues Jahr beginnt. Trotzdem. 2017 war kurz und heftig. Ein Sommer, der keiner war. Tränen und Lachen, so dicht beieinander. Angst und Mut. Freude und Ärger. Es gab alles. Von allem etwas. Und von manchem zu wenig. Aber davon erzähle ich vielleicht später. Vielleicht auch nicht.

Januar.

Ein Stapel Arbeit aus dem letzten Jahr liegt auf dem Tisch. Diverse Aufgaben, die ich über den Jahreswechsel einfach nicht beachtet habe. Mein Tisch? Ein Spiegelbild des Chaos, dass irgendwie immer noch in mir herrscht. Manchmal frage ich mich, ob das normal ist. 35 Jahre. Verheiratet. Zwei Kinder. Ein Haus. Ein Hund. Und irgendwie immer noch nicht angekommen. Das Telefon klingelt. Nächster Einsatz. Nachts. 0:30 Uhr. Ich sage zu und packe meine Tasche. Ein paar Stunden später stehe ich mitten in der Nacht vor den Toren eines Schlachthofes. In dieser Nacht werde ich den kompletten Schlachtbetrieb einer Großschlachterei dokumentieren. Anlieferung. Tötung. Schlachtung. Verarbeitung.

Um 8:30 verlasse ich die Schlachterei. Müde und um einige Erfahrungen reicher, fahre ich wieder nach Altenoythe. Ein Käsebrötchen, die Tageszeitung und zwei Tassen Kaffee. Irgendwie hatte ich gehofft, der Kaffee würde mich wachhalten. Aber das tat er nicht. Ich schlief ein. Tief. Fest. Bis zum Nachmittag. Später, draußen an der Tankstelle, sagte jemand zu mir: Es muss schön sein – so als Hausmann. Ich nickte nur und lachte.

Februar.

Eine Welle erwischt unser Dorf. Eine Grippewelle. Wahrscheinlich war ich zur falschen Zeit am falschen Ort. Sie trifft mich. Mit voller Breitseite. Ich liege flach. Die Grippe hat mich erwischt. Da hilft nur Ruhe, Entspannung und heißer Tee. Im Fernsehen läuft nur Mist. Ich entscheide mich für das Internet. Für YouTube. Die Nordstory hat mich unterhalten und langsam spüre ich wieder das, was ich schon vor Jahren mal gespürt habe. Die Sehnsucht nach dem Meer.

Meer Segeln Wellen

Ansonsten? Nee. Nichts. Der Februar ist ein kalter Monat voller trister Tage. Nichts passiert. Nichts geschieht. Ich sitze hier, manchmal da und lerne. Mein Herz schlägt langsam für die Filmerei. Filme drehen, schneiden, vertonen. Hier mal etwas ausprobieren, da mal etwas ausprobieren – nur um am Ende wieder alles zu verwerfen. Chaotisch. Laut. Unstrukturiert. So wie alles, irgendwie, in diesem Jahr. Doch am Ende – das weiß ich im Februar nur noch nicht – wird es sich lohnen.

März.

Ein Bär stirbt. Am 11. März waren wir mit unseren Kinds im Zoo. In Osnabrück. Ein ganz normaler Familienausflug. Wie schlendern durch die Gänge, essen Pommes am Bratwurststand, sitzen auf einer Bank und schauen uns an. Dann laufen wir weiter. Zum Kajanaland. Zum Bärengehege. Und als wir gerade dort waren, sagte man uns, einer der Bären wäre ausgebrochen. Gerade. Vor wenigen Sekunden. Wir sollten uns auf der Brücke in Sicherheit bringen. Kurze Zeit später fielen Schüsse. Eins. Zwei. Drei. Vier. Dann wurde es still. Irgendwie. Auf eine ganz besondere Art und Weise. Und über meine Eindrücke, meine Gedanken und Erinnerungen schrieb ich einen Artikel. Einen Artikel der am 12. März von knapp 10.000 Menschen gelesen und am Tag darauf noch einmal von ca. 9.500 Menschen gesehen wurde.

Zoo Osnabrück

Ein paar Tage später fand Lucca übrigens, dass ich Mitschuld am Tod des Bären wäre.

Ende März zog der Horror in unsere Gegend. Genauer gesagt in den Vorort Augustendorf, der vor Friesoythe liegt. Hier gibt es einen riesigen Wald. Und in der Mitte des Waldes steht ein altes, verlassenes Jagdhaus. Kein großes Haus. Eher klein. Und dieses Haus wurde zum Dreh und Angelpunkt einer Filmproduktion aus Bremen. Hier wurde ein Horrorfilm gedreht und im Rahmen meines Daily-Vlogs, den ich Anfang 2017 noch produziert habe, konnte ich meine Eindrücke in einem kleinen Film festhalten.

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