Butterkuchen

Ein Sonntag im Herbst. Irgendwo in Norddeutschland. Die Sonne scheint, der Wind weht buntes Laub durch die Straßen und unter den Füßen knirschen die Blätter, die nicht davon wehten. Man schlägt den Kragen des Mantels etwas höher, zieht die Mütze tiefer ins Gesicht und freut sich auf das wunderbare Stück Butterkuchen und die heiße Tasse Tee, die man sich nach dem ausführlichen Sonntagsspaziergang gönnt. Am besten natürlich selbst gebacken. Genauso, wie Oma es früher schon getan hat.

Wir Norddeutschen lieben unseren Butterkuchen. Und wenn die Nachmittage besonders sein sollen, dann stellt man ihn auf den Tisch. Allerdings kennt man den Butterkuchen, jedenfalls hier im Raum Oldenburger Münsterland, auch als Kuchen, der während des Beerdigungskaffees gereicht wird. Meine Mutter allerdings stellt ihn auch jedes Jahr, am Nachmittag des 24. Dezembers auf den Tisch. Immer mit heißem Tee.

Klassischer norddeutscher Butterkuchen
Das Rezept für ordentlichen Bodderkoken.

Bodderkoken ist natürlich plattdeutsch und heißt nichts anderes als? Richtig. Butterkuchen. Hier ist ein Rezept, dass meine Oma mal irgendwann auf einen kleinen Zettel geschrieben hat. Diesem kann man längst den Zahn der Zeit ansehen und bevor ich das Rezept mal komplett aus den Augen verliere, digitalisiere ich das an dieser Stelle einfach mal. So habt Ihr schließlich auch etwas davon.

Zutatenliste
für den norddeutschen Butterkuchen:

  • 500 g Mehl
  • 250 ml ordentliche Milch
  • 1 Würfel frische Hefe
  • 130 g anständige Butter
  • 100 g Zucker
  • 1 Ei
  • 1 Prise Salz

Für oben drauf

  • 125 g Butter
  • 125 g Mandeln (gehobelt)
  • 250 g Puderzucker

Zubereitung

  1. Die Milch leicht erwärmen und die Butter hinzugeben. Und zwar so, dass diese weich wird. Etwas Zucker und die Hefe hinzugeben und ordentlich durchrühren.
  2. Das Mehl zusammen mit dem restlichen Zucker und dem Ei in eine Rührschüssel geben. Anschließend das Gemisch aus Milch, Butter, Zucker und Hefe dazugeben und vernünftig durchkneten. Solange, bis sich der Teig leicht vom Rand lösen lässt.
  3. Der fertige Teig braucht nach den Strapazen eine Pause. Eine gute Pause. Also Teig und Schüssel eine gute Stunde gehen lassen. (Anmerkung von mir: Wenn man schon mal Pizzateig gemacht hat, ist man vom „Aufgehen“ mehr gewohnt. Also nicht wundern.)
  4. Nach einer Stunde die Hände waschen. Und mit den sauberen Fingern den Teig auf einem Backblech ausbreiten. Hat man alles richtig gemacht, sollte es ganz einfach sein.

Oben drauf.

Unsere Oma hat immer, nachdem sie den Teig auf dem Backblech ausgerollt hat, kleine Löcher in diesen getan. Dann hat sie die restliche, kalte Butter (die für oben drauf) in den Teig gedrückt. Anschließend hat sie die Mandeln auf dem Butterkuchen verteilt. Das Backblech mit dem Butterkuchen hat sie dann in den vorgeheizten Ofen bei 200 Grad ca. 20 Minuten gebacken. Allerdings so nach Gefühl. Sie hat zwischendurch immer mal wieder in den Ofen geschaut.

Lecker mit Zuckerguss

Oma machte immer Zuckerguss drauf. Das war ganz einfach. 250 g Puderzucker in eine Schüssel geben, nach und nach etwas Wasser mit einem Esslöffel hinzugeben und rühren. Oma rührte immer mit einer Gabel. Eher selten mit einem Schneebesen. Aber immer so lange, bis eine glatte Masse entstand. Wenn ihr der Guss zu dick erschien, rührte sie einfach etwas Wasser unter.  Und wenn sie fertig war, verteilte sie den Zuckerguss immer über den gesamten Butterkuchen.

An diesen Tagen roch es immer ganz besonders lecker in unserer Küche. Und nachdem der Butterkuchen fertig war, servierte sie meistens gleich ein Stück davon. Mit heißem Tee. Natürlich.

Butterkuchen gab es meist im Herbst und im Winter

Ich weiß gar nicht genau, ob Butterkuchen ein typisches Gebäck für Herbst und Winter ist. Aber meistens gab es ihn bei uns genau dann. Im Herbst oder im Winter. Ähnlich wie beim Grünkohl, den es auch nur während der kalten Jahreszeit gab. Oder gibt.

Wie ist es bei Euch? Gibt es Butterkuchen bei Euch das ganze Jahr über?
Schreibt es mir doch mal in die Kommentare. Hier oder bei Facebook. Ich würde mich drüber freuen.

Foto:
Titelbild: © Björn Wylezich – fotolia.com

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