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Hochzeiten

Von April bis Oktober

9 Hochzeiten liegen noch vor mir. Oder sind es zehn? So ganz genau weiß ich es gerade nicht. Immerhin, es ist schon spät. 2:00 Uhr. Seit einigen Minuten sitze ich in meinem Büro und sichere die Daten der letzten Hochzeit. Eine Spiegelung aller Fotos auf zwei externe Festplatten. Sicher ist sicher. Ob ich müde bin? Doch. Schon irgendwie. Aber dabei zu aufgekratzt um schlafen zu können. Erstmal runter kommen. Nach dieser Hochzeit.

15 Hochzeiten habe ich in diesem Jahr schon begleiten dürfen. 15 Paare, die sich dazu entschlossen haben, den Bund fürs Leben einzugehen. 30 Menschen, die mir erlaubt haben, sie an diesem, für sie besonderen Tag, begleiten zu dürfen. Mit der Kamera. Zugegeben. Das macht mich stolz. Glücklich. Und zufrieden. Dementsprechend habe ich natürlich unzählige Fotos geschossen. Das heißt, unzählig ist eigentlich nicht richtig. Wenn man im Schnitt davon ausgeht, dass ich bei einer durchschnittlichen zehn Stunden Reportage bis zu 2.000 Fotos schieße, kann man es sich – grob – ganz einfach ausrechnen. Natürlich sind nicht alle Fotos Knallerfotos. Einige werden einfach gelöscht. Weil sie schlecht sind. Trotzdem: Eine ganz schöne Datenmenge.

Mitte Oktober ist dann Schluss. Für dieses Jahr. Im nächsten Jahr geht es weiter und die ersten Termine sind bereits fest im Kalender eingetragen. Als ich mich zweitausendvierzehn selbstständig gemacht habe, hätte ich nie erwartet, dass die Buchungen für Fotografen so früh erfolgen. Als ich im April anfing, dachte ich, es wäre früh genug. Hochzeiten beginnen erst ab April. Und genau in dem Jahr hatte ich meine erste Hochzeit im September. Am Ende der Saison. Christine und Holger. Ich glaube, die erste Hochzeit, die vergisst man nie.

Hochzeiten und mein Nervösitätspegel

Oh ja. Wenn ich an diese Hochzeit zurückblicke, dann erinnere ich mich wieder daran, wie nervös ich war. Ich glaube, ich war nervöser als das Brautpaar selbst. Ok. Zugegeben. Christine und Holger waren nicht nervös. Vielleicht im Ansatz. Aber nicht spürbar. Und ich erinnere mich daran, wie mich das beruhigt hat. Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich merkte, dass Stoffhosen auf einer Hochzeit keine glückliche Wahl sind. Noch vor der Messe hatte ich Löcher in der Hose. Vorne. Bei den Knien.

Mittlerweile genieße ich die „Nervosität“ der Anderen. Diese aufgeregte Angespanntheit, die sich nur schwer in Worte fassen lässt. Eine Mischung aus Hoffnung, Vorfreude und Angst? Nennt man es Angst? Angst ist vielleicht der falsche Begriff. Aber wie nennt man die Sorge darum, ob alles klappt? Keine Ahnung. Aber, wenn das Brautpaar sich darum sorgt, ob Zeit genug eingeplant ist – oder ob vielleicht das eine oder andere zu knapp bemessen ist, sage ich ganz gerne: „Ist doch egal. Alle warten eh auf Euch. Ohne Euch läuft heute nichts.“ Keine Ahnung, ob das beruhigt. Aber ich glaube schon.

Blicke ich zurück, kann ich sagen, dass ich mich verändert habe. Dass die Hochzeiten mich verändert haben. Ich bin gelassener geworden. Routinierter. Ich mache mir weniger Sorgen und „arbeite“ einfach. Wobei, kann man Arbeit sprechen, wenn das, was man macht, der eigenen Leidenschaft entspricht? Zugegeben. Hochzeiten zu fotografieren ist anstrengend. Ständig ist man hochkonzentriert, man liegt nicht selten auf dem Boden ist fokussiert. Manchmal stehe ich am Rand der Tanzfläche und bewege mich eine ganze Zeit nicht. Ich blicke dann durch den Sucher meiner Kamera, fokussiere ein Tanzpaar und warte nur auf den einen, richtigen Augenblick, um auf den Auslöser zu drücken. Berührt man mich in diesem Moment, kann es sein, dass ich nichts davon mitbekomme.

Hochzeiten

Zwischenzeiten

Ja. Man kann sagen, dass sich in meinem Leben vieles um das Thema Hochzeit dreht. Und schon in ein paar Stunden sitze ich wieder mit einem Brautpaar zusammen, dass sich in den nächsten Wochen das „Ja“-Wort geben möchte. Mit einem Brautpaar, dass ich wieder fotografisch begleiten darf. 9 Hochzeiten. Oder zehn. Ich weiß es nicht genau. Aber ich weiß, dass ich mich auf jede Hochzeit freue. Und ich freue mich auf die Resonanzen, die ich nach den Hochzeiten von den Brautpaaren bekomme. Aber noch mehr freue ich mich darüber, dass diese vielleicht in zehn, zwanzig, dreißig Jahren auf dem Sofa sitzen, das alte Album rauskramen und sich anhand der Fotos an ihre Hochzeit erinnern. Anhand der Fotos, die ich schießen durfte.

Aber was ist, wenn die Saison in ein paar Wochen endet? Was, wenn die Hochzeiten erst wieder im Frühjahr 2018 beginnen? November. Dezember. Januar. Was ist im Februar? Was im März?

Natürlich muss ich mich auf diese Monate vorbereiten. Und ich bin froh, dass ich diesen Blog betreibe. Zwischenzeiten. Hier kann ich Dir nicht nur schildern, was ich nach der Hochzeitssaison 2017 machen möchte, Du kannst es sogar verfolgen. Hier. Auf Facebook. Oder – ganz besonders – auf YouTube. Aber bis dahin sind noch ein paar Tage und ich denke, ich werde mich nun mal zu Bett legen. Um kurz nach drei. Gleich klingelt wieder der Wecker. Und nach dem Frühstück heißt das Thema dann wieder: „Hochzeiten“. Solange bis der Rasen gemäht werden will. Samstag. Man kennt das…

 

 

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