Halloween

Halloween. So ein Blödsinn. Das hat nichts mit unserem Land zu tun. Solche und ähnliche Sätze habe ich vor ein paar Tagen unter einem Video gesehen, in dem es darum ging, Halloween-Kürbisse zu fotografieren. Ich finde solche Sätze ja ziemlich dumm und fälschlicher Weise glauben viele, dass Halloween ein rein amerikanischer Brauch ist. Allerdings stimmt das gar nicht. Der Name Halloween hat sogar – wer hätte es gedacht – einen katholischen Ursprung.

Eine Sache vorweg. Ich mag Halloween. Die Idee, das Fest und vor allem das Gruseln in der Dunkelheit. Mehr aber noch mag ich die Idee, dass meine Jungs an diesem Tag auf die ein oder andere Weise ihren Spaß haben, sich darauf freuen und am Ende des Tages – oder zu Beginn der Nacht – sich ein paar Süßigkeiten verdient haben. Verdient haben? Richtig.

Prinzipiell ist es ja so, dass am Halloween-Abend Kinder von Haus zu Haus ziehen, an den Türen klingeln und mit dem Satz „Süßes oder Saures“ auf die ein oder andere Weise Süßigkeiten erpressen. Das stört mich. Und es nervt mich auch. Bei unseren Jungs ist das etwas anders. Wir gehen nicht von Haus zu Haus. Wir besuchen Menschen, die wir kennen und die uns kennen. Und dann sagen die beiden ein Gedicht auf. Ein Halloween-Gedicht. Das finde ich persönlich wesentlich besser. Und die Jungs? Die hatten ihre helle Freude beim Auswendig-lernen. Aber zurück zum Thema.

Der Ursprung von Halloween

Halloween findet immer am Abend vor dem 1. November statt. Also am 31. Oktober. Nach dem katholischen Kalender ist dieser Abend der Abend vor Allerheiligen. Im englischen bezeichnet man diesen Abend als „All Hallows Evening“. Und so hat der Name „Halloween“ eben einen katholischen Ursprung.

Der Brauch, Halloween zu feiern, also das ursprüngliche Halloween hat einen keltischen Ursprung. Samhain. Der keltische Neujahrstag. Die Kelten glaubten nämlich, dass an diesem Tag die Welt der Lebenden mit der Welt der Toten zusammentrifft. Des Weiteren glaubten sie, dass die Toten an diesem Tag – und nur an diesem Tag – die Chance hatten, die Seele eines Lebenden in Beschlag zu nehmen. Die einzige Chance auf ein Leben nach dem Tod. Aus der Sicht der Kelten.

Verkleiden als Tarnung

Halloween

Mit schaurigen Masken versuchten die Menschen zum Samhain-Fest sich vor den Toten zu verstecken, die an diesem einen Tag die Seelen in Beschlag nehmen konnten.

Aus Angst davor, dass die Toten die Seele in Beschlag nehmen könnte, verkleideten sich die Kelten mit schrecklichen Masken. Sie erhofften sich davon, dass die Toten sie nicht als lebende Menschen wahrnehmen und ihre Seele in Besitz nehmen würden. Dann zogen sie laut polternd durch die Straßen und versuchten so, den Toten zu entkommen.

Letzten Endes waren es dann aber die Iren, die den Halloween-Brauch in die USA brachten. Und seitdem wird dieser dort – wie wir alle wissen – mit viel Aufwand und TamTam gefeiert.

Süßes oder Saures

Wusstet Du eigentlich, dass die europäischen Christen früher am 02. November, es muss etwa im neunten Jahrhundert gewesen sein, von Dorf zu Dorf, von Tür zu Tür gingen um den so genannten Seelenkuchen zu erbitten? Das war ein Gebäck mit Johannesbeeren. Eine süße Köstlichkeit. Und je mehr die darum Bittenden erhielten, desto mehr wollten sie für die verstorbenen Angehörigen der Schenkenden beten.

Es heißt, dass sich aus diesem Brauchtum – über die Zeit – der Halloweenbrauch entwickelt hat, von Tür zu Tür zu gehen und um Süßes zu bitten. Demnach kann man sagen, dass der Brauch „Süßes oder Saures“ eben – auf die ein oder andere Weise – einen christlichen Ursprung hat.

Geschnitzte Kürbisse, die in der Dunkelheit erstrahlen.

Natürlich gehört zum Halloweenfest auch ein geschnitzter Kürbis. Meist werden in die ausgehöhlten Gewächse fiese Fratzen geschnitzt. Ein Licht oder eine Kerze sorgen dann dafür, dass diese in der Dunkelheit gruselig leuchten. Warum wir heute überhaupt Kürbisse schnitzen, erklärt eine irische Erzählung.

Diese Erzählung erzählt von Jack. Jack war ein junger, cleverer Ire, der sich gerne auch mal einen hinter die Binde kippte. Eines Tages, er stolperte gerade wiedermal aus einem Pub, brachte er den Teufel dazu, auf einen Baum zu steigen. Als dieser die Krone erreicht hatte, schnitzte Jack mit seinem Messer ein Kreuz in die Rinde des Baumes, was dazu führte, dass der Teufel nicht mehr herabsteigen konnte.

Jack vereinbarte einen Handel mit dem Satan. Er würde ihn von dem Baum herunterlassen, wenn er im Gegenzug nie wieder Angst vor ihm haben müsste. Der Teufel willigte ein. Und so lebte Jack ein Leben ohne Angst vor Satan. So lange, bis er irgendwann starb.

Was Jack aber nie bedacht hatte, war die Tatsache, dass ihm durch den Handel mit dem Teufel der Zugang zum Himmel verwehrt blieb. Aber auch der Teufel wollte Jack nicht in seiner Hölle haben. Stattdessen gab dieser ihm eine ausgehöhlte Rübe, in die er etwas Kohle legte. Mit dieser sollte Jack von da ab an, seinen Weg durch die dunkle Welt finden.

Mehr Kürbisse als Rüben.

Warum wir heute keine Rüben aushöhlen, sondern Kürbisse, hat einen einfachen Grund. Die Amerikaner stellten damals fest, dass es in Amerika mehr Kürbisse als Rüben gab. Also nahmen sie fortan Kürbisse und höhlten diese aus.

Wir gruseln uns

Am Abend vor dem 1. November ist also Halloween. Im Grunde genommen natürliche keine norddeutsche Tradition, aber ein schönes Fest. Warum? Ich mag es mich zu gruseln, ich man die kleinen Geschichten, die man sich in der Dunkelheit erzählt und wenn wir mal ganz ehrlich sind, gibt es diese Geschichten von Teufeln, Geistern und nächtlichem Spuk auch in Norddeutschland. Warum sollte man also nicht auch am 31. Oktober ein klein wenig Halloween feiern und seine Kinder einfach mal gruseln lassen?

Feierst Du Halloween?

Das würde mich interessieren.
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INFO

Samhain.

Ein heidnisch-keltisches Totenfest ist der Ursprung des heutigen Halloweens. Altirische Sagen erzählen, dass in der Nacht vor dem Fest die Pforten der anderen Welt, der Welt der Toten geöffnet waren. Durch diese konnten die Geistwesen und die Seelen der Verstorbenen in die Menschenwelt eintreten und von den lebenden Seelen Besitz ergreifen.

Im 9. Jahrhundert wurde Samhain langsam zum Fest „Allerheiligen“ umfunktioniert. Man vermutet, dass dies geschah, um den heidnischen Charakter des Festes zu verdrängen. In Irland allerdings wurden viele, mit Samhain verbundene Bräuche und Vorstellungen fortgeführt. So stellten die Iren bis ins 19. Jahrhundert zu „Halloween“ Essens- und Getränkegaben vor die Tür.

1.. November – Allerheiligen

An Allerseelen und dem vorausgehenden Allerheiligenfest gedenkt man den Verstorbenen. Auch heute noch. Halloween oder Hallowe’en ist die Kurzform des englischen Begriffs All Hallows Eve (von eve (evening) “Vorabend” und hallow “Heiliger”) zur Bezeichnung des Abends vor Allerheiligen am 31. Oktober. Doch man muss an dieser Stelle auch erwähnen, dass dieser Begriff, dieser Name, nicht mit dem christlichen Totenkult und erst Recht nichts mit dem heidnischen Samhain zu tun haben. Doch es ist so, dass dieses Fest eben – auf die ein oder andere Weise – ihren Ursprung in diesen hat.

Foto:
Titelbild: © gpointstudio – fotolia.com
Masken: © Torsten Luttmann – torsten-luttmann.de

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