Ein Sonntag des Miteinanders, ein Gefühl von Frieden.

Euro Musiktage in Bösel - Der Festumzug

Persönlich glaube ich daran, dass Frieden möglich ist. Generell. Ich glaube an den Frieden und das Menschen gut miteinander leben können. Das Geheimnis, dass den Frieden möglich macht, ist die Kunst, jeden Menschen nach seiner eigenen Individualität zu verstehen und leben zu lassen. Doch wahrscheinlich ist das genau das Problem. Menschen fürchten oft die Dinge, die sie nicht kennen. Und wenn sie sich fürchten, dann verschränken sie ihre Arme und nehmen eine ablehnende Haltung ein. Aber ist es nicht so, dass sich eine warme Hand besser anfühlt als ein kaltes Messer?

Wir leben momentan in einer seltsamen Welt. Und vielleicht war es schon immer so, dann habe ich es nur nicht wirklich mitbekommen. Überall gibt es Spannungen, Kriege, Hass und Gewalt. Jetzt so kurz vor der Bundestagswahl gibt es gestörte Parteien, die mit ihren Parolen und ihren dummen Reden die Ängste der Menschen schüren und wieder Hass in die Straßen unseres Landes bringen. Gefährliche Menschen, die die Angst vor dem Unbekannten nutzen um dunkle Bilder in die Köpfe zu pflanzen. Und wir alle sind gefordert, dagegen etwas zu tun. Dem Hass entgegen zu wirken und dem Frieden einen guten Nährboden zu geben.

In der kleinen Gemeinde Bösel, im Herzen des Oldenburger Münsterlandes, geschah genau das am vergangenen Wochenende. Die Euro Musiktage waren ein friedliches und freundschaftliches Aufeinandertreffen verschiedener, europäischer Kulturen. Hier spielen Herkunft, Religion oder Sexualität keine Rolle. Hier geht es um Musik. Und die Musik ist das Band, welches die Menschen miteinander verbindet. Es ist die Musik, die in wenigen Augenblicken aus Fremden Freunde macht. Während all den Tagen konnte man auf den Straßen, in den Ecken und an den Häusern Menschen finden, die sich vielleicht sprachlich nicht unbedingt verstanden aber doch eine gemeinsame Sprache gefunden hatten. Die Musik.

Zahlreiche Veranstaltungen

Die Euro Musiktage sind Tage voller Programm. Und bei jedem Programmfest steht die Musik im Mittelpunkt. Leider konnte ich in diesem Jahr, aus beruflichen Gründen, kaum eine Veranstaltung wahrnehmen. Es sie mir verziehen. Aber den Umzug am Sonntag, den konnte ich besuchen. Und ich war nicht allein.

Die Straßen waren gefüllt. Überall standen Menschen. Menschen, die auf die musikalischen Darbietungen und die verschiedenen Gruppen warteten. Das Wetter spielte mit und dementsprechend waren alle gut gelaunt. Vielleicht muss man erwähnen, dass eben jenes Wochenende doch stark durchwachsen war und der Regen in den meisten Fällen die Vorhand übernommen hatte. Doch an diesem Sonntag setzte sich die Sonne durch und begleitete die Musiker auf ihrem Weg durch die Straßen.

Und plötzlich tauchten Soldaten der Sturmtruppen auf und aus dem Hintergrund erklangen die mir wohl bekannten Melodien. Nach einem kurzen Augenblick realisierte ich, dass ich nicht im Kino war und die Musiker hinter den Sturmtruppen „The Imperial March“ spielten.

„Du spinnst doch…“, sagte meine Frau zu mir und während ich mich fragte, warum sie das sagte, merkte ich selbst, dass ich eine Träne der Freude im Auge hatte. Ja. Ich denke, dass war in diesem Jahr mein ganz besonderer #Euromoment.

Kleiner Kritikpunkt

Natürlich. Wieder einmal war ich begeistert von dem ganzen Event. Die Straßen in Bösel waren wunderbar geschmückt. Tobias Lübben führte als Moderator des Umzuges perfekt durch das Geschehen. Hin und wieder sorgte er bei mir auch für den ein oder anderen Lacher. Und ich könnte an dieser Stelle wirklich alles loben. Nur einen winzigen Kritikpunkt habe ich dann doch. Anscheinend war es in diesem Jahr so – jedenfalls ist mir das in den Vorjahren nicht aufgefallen – dass jede Gruppe vor einer Jury aufspielen musste. Diese befand sich anscheinend vor einer Bank in Bösel.

Dadurch entstand zwischen den einzelnen Gruppen riesige Lücken, die den Umzug zuweilen zäh und langweilig machten. Vielleicht war das schon immer so. Vielleicht stand ich vor dem Gasthof Sommer einfach nur falsch. Aber aufgefallen ist mir das schon.

Und dieser Kritikpunkt ist ganz losgelöst von dem Rettungseinsatz des Krankenwagens, bei dem wieder mal gezeigt wurde, wie sehr man sich auf die Menschen in Bösel verlassen kann. Sofort wurde eine Rettungsgasse gebildet, die Menschen machten die Wege frei und niemand behinderte die Arbeit der Sanitäter durch neugierige Blicke. Alles verlief – soweit ich es aus der Ferne sehen konnte – reibungslos.

Fazit

Natürlich kann ich in diesem Jahr kein wirkliches Fazit der Euro Musiktage ziehen, weil ich durch Abwesenheit geglänzt habe. Aber verschiedene, vertrauenswürdige Stimmen sagten mir – und diesen vertraue ich blind – dass die Euro Musiktage wiedermal ein voller Erfolg waren.

Und auch der Umzug in Bösel hat mir, bis auf die Wartezeiten zwischen den Gruppen – sehr gut gefallen. Verschiedene Kulturen, verschiedene Musikrichtungen, Menschen die auf den Straßen tanzten, Kinder die applaudierten und an manchen Stellen sogar miteinbezogen wurden. Lachende Gesichter. Fröhliches Lachen. Glückliche Augen. Ein Sonntag des Miteinanders, ein Gefühl von Frieden.

Danke dafür.

ZwischenZeiten

MEINE IMPRESSIONEN VOM FESTUMZUG


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EURO-Musiktage in Bösel.
Die Reise beginnt

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