Der Sommer in diesem Jahr ist nicht jedermanns Sache. Es regnet oft. Und meistens viel. Manchmal ist es etwas kälter, als man es für einen Sommer erwarten würde. Die einen sagen, das ist alles ganz normal. Die anderen schimpfen. Und während sich der Himmel dunkel verfärbt, packen wir unsere Jacken ein und fahren an die Küste. Obwohl es regnet. Und im vollen Bewusstsein, dass gerade Ebbe ist, wenn wir den Strand betreten. Aber das macht nichts. Es wird einer der schönsten Tage des Sommers.

Ein Tag am Meer. An der Küste. Mit den Füßen im Watt und Wind um die Nase. Mit dem Gebrüll der Möwen in einem und dem Lachen der Kinder im anderen Ohr. Es regnet ein wenig. Die Jungs rennen über den Strand auf der Suche nach Muscheln. Wer die größte findet, gewinnt. Doch das Spiel ist schnell vergessen, als sie ein großes Loch im Sand entdecken. Beide haben gewonnen. Auf die ein oder andere Weise.

Mit meinem Smartphone habe ich einfach ein paar Szenen eingefangen. Augenblicke und Momente. Drüben. An der Küste. Und es spielte in diesem Augenblick eben keine Rolle, wie das Wetter ist. Es war egal. Vollkommen. Wichtig war nur, dass wir da waren. Am Meer. Im Watt. Dort wo der Wind bläst und das Klima manchmal rauer ist. Und vielleicht ist das der Grund, der die Liebe zum Norden so besonders macht. Es ist egal. Es ist egal, ob die Sonne scheint oder es regnet. Ob es windstill ist oder ein Sturm über die Wellen peitscht. Hauptsache, man ist da. An der See. Am Meer. Auch, wenn dieses nicht immer da ist, wenn man selbst da ist.

Der schönste Tag im Sommer – Ein Tag am Meer.

Sommer stellt man sich anders vor. Stimmt schon. Aber ich glaube, es wäre nicht schöner gewesen, wenn sich an jenem Tag ein Bilderbuchsommertag gezeigt hätte. Ich glaube, es wäre nicht schöner gewesen, wenn der Himmel blau und von Wolken nichts zu sehen gewesen wäre. Nein. Ich glaube, es hätte nicht schöner sein können. An diesem Tag. Alles war perfekt. Vielleicht, weil es perfekt unperfekt war.

Und in Momenten, in denen es hier im Büro ziemlich stressig ist, das Telefon klingelt und ich vielleicht – für den Augenblick – nicht weiß wohin, dann nehme ich mir diese eine Minute, schaue mir dieses Video an und merke, wie die Ruhe in mir wieder ihren Platz findet. Eine Minute Meer, obwohl kein Meer da ist, und es geht mir wieder gut.

1 Antwort

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  1. […] Ich will mich ja gar nicht beschweren. Es ist ja wie es ist. Und während sich der Rest der Bevölkerung über den schlechten Sommer 2017 beschwert, denn denkt der Norddeutsche sich einfach. Jo. Muss wohl so. Was soll er auch anderes sagen? Was für andere Regen ist, ist für den Norddeutschen nicht mehr als feuchte Luft. Der schönste Tag in diesem Jahr haben wir übrigens auch bei Regen erlebt. Kannst Du Dir hier angucken. […]

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